Blogparade – Mein WendePunkt²

Tanja von Herzbauchwerk.ch hat zur Blogparade aufgerufen. Es geht um WendePunkte. Dazu schreibt sie:

„Die Kinderwunsch- Schwangerschafts- und Elternzeit ist vollgespickt mit WendePunkten. Ein positiver Schwangerschaftstest, der bewusste Entscheid Eltern werden zu wollen, der erste Geburtstag vom Baby etc. sind mögliche Wendepunkte im Mama und PapaLeben. Das Thema ist also ziemlich weit offen und ich freu mich jetzt schon unglaublich, von eurem ganz speziellen WendePunkt zu lesen!“

Für mich ist es das allererste Mal überhaupt, dass ich an einer Blogparade teilnehme. Oft ist es einfach nicht mein Thema, mir fällt nichts dazu ein oder ich habe einfach keine Zeit. Meist schreibe ich Blogbeiträge eher unregelmäßig, immer dann, wenn mir gerade danach ist. Wenn ich etwas auf der Zunge oder dem Herzen habe, was ich unbedingt loswerden muss. Und diesmal muss ich! Kann ich. Und werde ich.

In meinem Beitrag geht es gleich um zwei WendePunkte, die das Mamasein / Mamawerden betreffen. Auf meiner Vorstellungs-Seite kann man ja schon ein wenig über mich erfahren. Unter anderem, dass ich geschieden bin, alleinerziehend war und was derzeit in meinem Leben hochpräsent ist. Nach der Geburt von Kind3 wurde mir immer bewusster, dass die Beziehung zu meinem Ex-Mann nicht mehr lange halten würde. Dafür gab es mehrere Gründe, auf die ich hier nicht weiter eingehen möchte. Allerdings waren da drei Kinder, die mich immer wieder davon abhielten, den nächsten Schritt zu gehen. Wer würde denn schon einfach so mit drei kleinen Kindern den Alleingang antreten? So etwas will gut überlegt sein. Manchmal braucht es auch nur einen wirklich großen Auslöser.

Diesen Auslöser sollte ich bekommen. Zwar erst fünf Jahre später, aber einschneidend, endgültig und alles ändernd. Für mich war ab dem Zeitpunkt klar: das geht so nicht mehr. Ein WendePunkt in meinem Leben. Ein WendePunkt im Leben meiner Kinder. Ich beschloss radikal zu sein, von jetzt auf morgen. Am liebsten wollte ich alle 7 Trillionen Sachen packen und nur noch weg, ab in ein neues Leben. Das sollte aber noch ein Weilchen dauern, eine neue Wohnung und ein Job mussten her. Dabei hatte ich viel viel Unterstützung von der Familie. Gut ein halbes Jahr später und 600km weiter weg begann unser neues Leben dann, als Familie ohne Vater. Alleinerziehend mit drei Kindern. Puh!

Ich ging die Situation ganz locker an, wenn auch vieles neu für mich war. Nicht das Alleinerziehen. Das hatte ich schon im Blut, denn ständige Abwesenheit des anderen Elternteils in den vergangenen Jahren war leider Normalzustand. Ich beschloss genug zu haben. Genügend Kinder, genug von Männern. Nach fast 16 Jahren Ehe konnte ich das getrost zugeben. Ich wollte nur noch mich und die Kinder. Durch die plötzliche Nähe der Familie war es mir möglich, ab und zu auch mal nur an mich zu denken. Die Familienplanung war somit abgeschlossen, ein Leben für die Kinder und irgendwann – wenn sie alt genug sind – auch wieder für mich. Dachte ich…

Und dann kommt’s manchmal doch anders, als man plant.

Weihnachten 2013 ging es für mich mal wieder in die Heimat, es sollte ein Klassentreffen stattfinden. Da ich die bisherigen ausgelassen hatte, weil ich in keinem Kontakt mehr zu alten Schulfreunden stand, war ich umso bereiter für das kommende. Ich war natürlich aufgeregt und gespannt auf all die alten neuen Gesichter. Was war aus den Menschen geworden, die mich jahrelang schulisch begleiteten? Ich selbst hatte lediglich eine zerbrochene Ehe und drei wunderbare Kinder vorzuweisen, das störte mich aber nicht weiter. Naja, vielleicht doch ein wenig.

Da saßen wir also zu dreißigst, aßen, tranken, redeten, beäugten uns neugierig. Und dann kam dieses bekannte Gesicht auf mich zu, setzte sich mir gegenüber und fragte, wer ich denn sei. Ein bisschen verdutzt war ich schon, hatte ich mich in den letzten 15 Jahren doch kaum verändert *hust*. „Ich weiß, wer du bist“ war meine Antwort. Und schon kamen wir ins Gespräch. Ich packte vor diesem eigentlich doch eher Unbekannten sozusagen meine halbe Lebensgeschichte auf den Tisch. So offen und kommunikationsbereit kannte ich mich gar nicht. Wir stellten fest, dass es uns beide in dieselbe Stadt verschlagen hatte, tauschten E-Mail-Adressen aus und dann rutschte der junge Mann ein paar Stühle weiter. Sein Ziel war es, an diesem Abend mit jedem kurz zu plauschen. Dann verschwand er wieder.

Einige Tage später – zurück in der Heimat und bei den Kindern – gab es auch schon die erste Mail. Dann die zweite, dritte, drölfzigste… Wir/ich sah/en das eher als Freundschaft/Kumpelschaft. Im Nachhinein glaube ich, dass nur ich es so sah. Nein, ich weiß es. Der junge Mann, der damals einfach nur ein Kamerad in der selben Klassenstufe war, machte eindeutig zweideutige Avancen. Aber ich wollte nicht. Mal ins Kino oder essen gehen, okay. Aber mehr? Ich hatte genug. Genug von Männern.

Außerdem hab ich doch Kinder, was will er überhaupt von mir? Und dann gleich drei! Wie soll das denn gehen? Ich kann doch nicht einfach einen Mann nur so aus Spaß an der Freude in mein Leben lassen. Was sollen die Kinder denken? Wenn er sich dann eines Tages wieder verabschiedet, was sag ich dann? Und was mach ich dann?

All diese Gedanken wurden circa acht Monate später total nebensächlich. Ein weiterer WendePunkt in meinem/unseren Leben stand an. Irgendwie schaffte es dieser Mann mit seiner Geduld und seinen Gedanken und Wünschen, mein Herz zu entflammen. Und es brennt und brennt und brennt. Für ihn. Und genau darunter schlägt – ein weiteres Jahr später – ein noch viel kleineres Herzchen, welches in nur wenigen Tagen unser Leben – derzeit noch zu fünft – bereichern wird. Die großen Geschwister freuen sich, sie lieben den Bonuspapa, der es ihnen so viel leichter macht in ihrem Leben.

Ich habe einen Mann und ein weiteres Kind. Ich habe all das, was ich eigentlich nicht mehr wollte. Und es fühlt sich so richtig an. So gut!

 

Auch Susanne von MeineTraumgeburt.com hat bei der Blogparade mitgemacht, lest doch mal rein!

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3 Kommentare
  1. HerzBauchWerk
    HerzBauchWerk says:

    Liebe Frau Mone
    zwei wunderschöne WendePunkte sind das! Vielen lieben Dank dass du an meiner Blogparade mitmachst! Und für die Geburt von Baby Nummer vier wünsch ich dir nur das aller aller beste! Wunderschöne Geburtsreise euch!
    Herzliche Grüsse
    Tanja

    Antworten

Trackbacks & Pingbacks

  1. […] umbedingt auch mal bei Frau Mone vorbei, auch sie hat bei der Blogparade mitgemacht und schreibt gleich über ZWEI WendePunkte in […]

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