„Ja, was hat es denn?“

Die meisten „neuen“ Mamas und Papas kennen es. Sie wissen es zu schätzen. Diese Sorge um das kleine Bündel Leben, welches gerade nicht allzu glücklich mit sich selbst oder der Situation, in der es sich befindet, ist. Dann hört man oft von vielen [auch fremden] Menschen „Och, was hat es denn?“ Aber was soll man auf diese Frage antworten? Das Baby ist gestillt, gewickelt, optimal und gerecht versorgt, wird gekuschelt, herumgetragen und trotzdem ist es unzufrieden. Babysch spricht man meist selbst auch nicht. Auch wenn der Wunsch danach oft sehr stark ist. „Keine Ahnung“ wäre eine Antwort-Option, aber ist man dann noch eine gute Mutter in den Augen der Anderen? Mir wurscht! Denn, wenn ich dem Baby alles, was es braucht, gegeben habe und es trotzdem unglücklich ist, dann ist das eben so. Dann weiß ich eben gerade nicht, was ihm fehlt oder was zuviel ist. Und das darf ich auch. Ob als Erstlingsmama oder Mama vom dritten, vierten oder neunten Kind. Kinder sind doch keine programmierten Maschinen, bei denen auf Knopfdruck plötzlich alles funktioniert. Genauso wenig wie wir.

Lizenz zum Schreien

 

Das Baby darf weinen. Es ist seine Art zu kommunizieren, sich auszudrücken. Es darf schlechte Laune haben. Es darf Druck ablassen, Frust und Gefühle äußern. Auch wenn all seine Bedürfnisse gestillt sind. Das tun wir Erwachsenen doch auch. Wir reden unentwegt, mal laut, mal leise. Auch wir weinen, schreien, lachen, reden uns Frust von der Seele. Uns – allerdings – versteht man meistens, weil wir kein Babysch sprechen.

„Hat es schon wieder Hunger?“ höre ich Sekunden nachdem ich das Kind [offensichtlich] eine halbe Stunde lang gestillt habe. „Hast du denn genug Milch?“ tönt es. „Ach guck, es gähnt, es ist müde!“ „Oh, das Baby weint, hat es Bauchschmerzen?“ All die gut gemeinten aber doch manchmal* nervigen Fragen und Ratschläge, die man im Laufe der Babyzeit so zu hören bekommt, sie helfen nicht. Die Mamas und Papas wissen meist selbst ganz gut, was ihr Kind braucht. Sie lernen das Kind kennen, können die Lage einschätzen. Und manchmal kann man das Baby eben nicht zufrieden stellen, auch wenn man es trägt und macht und tut. 🙂

Was man tun kann

 

Als fremde Person tun meist ein paar warme Worte, die man an die Eltern weitergibt, wohl. „Einen schönen Tag“ wünschen, ein Lächeln schenken. Sowas hilft. Als Bekannter, Familienmitgleid, Freund kann man konkrete Hilfe anbieten. „Soll ich es mal ein bisschen rumtragen?“ „Kann ich dir helfen?“ „Soll ich … für dich tun?“ Eigentlich ganz simpel. Ernst gemeinte Angebote und Hilfe sind gut und zeigen, dass man sich Gedanken macht und helfen möchte. Ohne Fragen zu stellen und Ratschläge zu geben. Damit kann man gerne dienen, wenn man konkret gefragt wird. 😉

In diesem Sinne, die frischgebackene Mama.

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