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Das Baby lernt essen

Schon gut sechs Monate ist es nun bei uns, das Karatebaby. Und auch wenn es bewegungstechnisch nicht wirklich voran geht (wir haben ja die Theorie, dass es da ganz nach dem Papa im Babyalter kommt), so findet es doch unsere Mahlzeiten sehr interessant. Immer wieder greift es nach Essen/Teller/Gabel/Löffel/etc. auf dem Tisch oder schaut interessiert zu, wenn wir uns etwas in den Mund stecken.

Time to start B(r)eikost, dachte ich mir. Dünste also Fenchel und Karotte, püriere, fülle ab und gefriere. Ich hatte mir zwar das (schöne und nützliche) Breifrei-Kochbuch zugelegt und auch drin gelesen, war aber bei dem Gedanken Baby und feste Nahrung irgendwie doch ein wenig hin und her gerissen. Also erstmal Brei. Nun ja, das ging… gar nicht. Das Baby ist kein Breiesser, nicht mittags und nicht abends. Nicht selbstgemacht und auch nicht aus dem Gläschen. Nicht Bio und nicht unBio. Außer wir aßen Brei. Grießbrei nämlich oder den morgendlichen Haferschleim. Dann war das auch für’s Baby akzeptabel. Nur dann.

Also koche ich mal nach dem Breifrei-Kochbuch, dachte ich. Vielleicht mag es das Baby ja. Aber würde ich es mögen? So ein geschmacksneutrales Kürbis-Curry ist ja auch nicht jederman Sache. Urgs. Als ich dann sah, was da alles so rein kommt – Kümmel, Cayenne, Ingwer, Zwiebeln, Salz und Kürbis natürlich – staunte ich nicht schlecht. Das geht also? Man lernt ja nie aus, auch mit dem vierten Kind nicht. Als ich dem Karatebaby später etwas anbot, ging das runter wie nichts. Ich aß das Gericht mit Reis, das Baby nahm’s pur. Es schmeckte sogar so gut, dass ich das Curry bereits nachkochen „musste“. Bleibt nur zu hoffen, dass auch die anderen Rezepte im Buch Anklang finden. Sonst gibt es wohl auf ewig Kürbis-Curry.

Anfangs wurde nicht selbst gegessen, denn Sitzen ist bisher nur kurzzeitig mit elterlicher Unterstützung auf dem Schoß möglich gewesen. Ergo gab es Kürbis-Curry von Mama’s Löffel. Das ging gut. Seit wir das Babyset für den Hochstuhl haben, kann das Baby aber für kurze Zeit dort sitzen und auch mit den Händen das Essen erkunden und (theoretisch auch) in den Mund führen. Das geht besonders gut mit Süßkartoffel-Pommes (#protipp), dampfgegarter Brokkoli und anderem mehr oder weniger handfestem Gemüse. In den Mund gelangt davon meist eher wenig. Dafür wird der Tisch mit einer ordentlichen Massage verwöhnt. Dank der Mama vom Mupf am Main haben wir seit neustem nun auch Ganzoberkörperlätzchen, die zumindest einen Teil der Klamotten des Essneulings sauber halten. Stuhl, Fußboden und nähere Umgebung bleiben davon unberührt.

Und wie wird es weiter gehen? Ich werde weiterhin versuchen babygerechte Gerichte zu kochen (also nicht zu viel Salz, wenig bis kein Zucker, nicht zu scharf). Was nicht gerecht ist, wird dazu gemacht. Bisher gibt es nur mittags als „feste“ Beikostzeit. Ab und zu möchte das Baby aber auch dann nichts außer die gewohnte Muttermilch, was völlig in Ordnung ist. Und oft sind auch mal die anderen Mahlzeiten interessant, an denen dann von unserem Teller genascht und probiert werden darf. Apfel zum Beispiel stellte sich als gutes Zahnfleischmassage-Hilfsmittel heraus. Bei uns gibt es also keine festen Beikostzeiten. Gegessen wird, wenn dem Baby danach ist und was es gerade im Angebot gibt.

Und wie handhabt ihr das so? Gibt’s Brei oder breifreie Beikost? Vielleicht auch beides? Habt ihr feste Essenszeiten für die Kleinsten?