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Mein schreckhaftes Kind

Du liegst neben mir auf der Couch und machst deinen Mittagschlaf. Ganz allein. Ich hab dich in den Schlaf gestillt, mich dann getraut, dich abzulegen. Und es hat geklappt, das tut es nicht immer. Nun schaue ich dir beim Schlafen zu, bin leise und versuche den Trubel deiner Geschwister abzuhalten. Deine Augen sind nicht ganz geschlossen, durch einen kleinen Spalt beobachtest du, was ich mache. Versicherst dich einige Minuten lang, ob ich auch ja nicht von deiner Seite weiche. Ganz natürlich ist dein Verhalten. Und ich gebe dir die Möglichkeit mir zu vertrauen. Ich beobachte, lausche, lächle. Und du fällst langsam in den tiefen Schlaf.

Wie gern würde ich mich zu dir kuscheln, auch eine Mütze voll Schlaf nehmen. Aber ich weiß, dass ich dann nachts Schwierigkeiten habe einzuschlafen. Auch wenn ich recht spät ins Bett gehe, auch wenn meine Nächte nicht mit viel Schlaf gesegnet sind.

Ich schaue dir weiter zu. Bis du nach kurzen 20-30 Minuten plötzlich aus dem Schlaf erwachst. Weinend, erschrocken, mit weit aufgerissenen Augen. Ich streiche über dein Gesicht, beruhige dich mit sanften Worten. Dann erst nehme ich dich vorsichtig auf und drücke dich an mich. Dein Weinen verstummt. Du hast mich wieder. Dabei war ich nie fort.

Du wachst nicht immer erschrocken auf. Oft wirst du wach, schaust dich um, entdeckst deine kleinen Hände zum zweihundertachtundzwanzigsten Mal und bestaunst, was sie schon können. Ich lasse dich, bis du nach mir rufst. Manchmal komme ich auch schon vorher zu dir und rede mit dir. Ab und zu erschreckst du dich, wenn du merkst, dass du nicht allein bist.

Auch sonst lassen ungewohnte Geräusche dich aufschrecken. Oft auch die gewohnten. Der Staubsauger ist kein Freund von dir. Benutzt man ihn, darfst du nicht im selben Raum sein. Und wenn doch, dann musst du gehalten werden. An den Kaffeeautomaten und seine komischen Laute hast du dich schon gewöhnt. Schreiende Kinder oder Erwachsene sind dir ein Graus und machen, dass dein kleines Herz ganz schnell pocht.

An Silvester warst du so gar nicht schreckhaft. Weder die Knallerei draußen auf der Straße, noch die grellen bunten Lichter haben dich unruhig werden lassen. Du hast kurz gespannt und erwartungsvoll aus dem Fenster geschaut.

Egal, wie sehr dich das Leben manchmal ängstigt, wir werden immer da sein, dich beschützen, dir Halt geben, dich lieben, mein schreckhaftes Kind. <3

Tschüss 2016!

Schön warst du mit all deinen guten Ereignissen.

Ich durfte mit dem besten Mann und den 3 großen Kindern in eine gemeinsame Wohnung ziehen. Hatte eine schöne Schwangerschaft und eine schöne, selbstbestimmte Geburt der Babybohne in einer Klinik meiner Wahl. Kind1 (DerGroßeNavi) hat einen Job für das kommende Jahr gefunden, was hoffentlich zur Selbstfindung beiträgt. Kind2 und die Teeniemudda sind wieder viel herziger miteinander geworden. Kind3 hatte einen Schulwechsel, der besser nicht sein konnte.

Dann gab es allerdings auch weniger gute persönliche Ereignisse, die ich nicht vermissen und auch nicht ins kommende Jahr mitnehmen werde.

Wenn ich es mir aussuchen könnte, würde ich auch all die schlimmen Dinge, die 2016 in der Welt passiert sind, einfach ignorieren und ausradieren. Alles auf ‚reset‘. Nochmal von vorne starten, als ob nichts war. Aber das geht leider nicht.

So viele Menschen mussten dieses Jahr ihr Leben lassen, unbekannte und bekannte. So viele Kinder sind von der Welt gegangen oder sind nun völlig allein. Schlimmes ist passiert. Dinge, aus denen die Menschheit nie lernen wird, so scheint es. Man möchte sie rütteln und schütteln. Dinge, die die Welt nicht braucht. Krieg, Hass, Leid, Krebs. Unsinniges.

2016, du lässt mich mit einem lachenden und einem weinenden Auge weiterziehen. Und ich werde das Beste daraus machen. Ich werde hoffen müssen, hoffentlich nicht bangen müssen. Ich werde leben und dankbar sein. Ich werde geben. Mein best Mögliches. Und ich wünschte, ich könnte für alle Menschen sprechen.

Hallo 2017. Bitte sei gut. Zu uns allen.

Was 2017 bringen soll [Blogparade]

Bei Phinabelle gibt’s eine Blogparade zum Thema Wünsche für 2017. Da ich, was Vornehmungen für kommende Jahre angeht, immer recht unbegabt bin – sowohl die Wünsche als auch die Umsetzung derer betreffend -, hab ich mir gedacht, ich halte das diesmal schriftlich fest. So kann ich dann im Laufe des Jahres oder Ende 2017 reflektieren. Und vielleicht hilft mir das ja als – sozusagen – virtueller Arschtritt.

Also, als allererstes heißt es, Mühe geben! Bitte sehr:

  1. Ganz schnell meinen doofen Führerschein fertig zu machen. Das stellt sich derzeit mit an Mama klebendem Baby etwas schwierig dar, sollte aber bald machbar sein.
  2. Neuen, besseren, für mich geeigneten Job finden mit einem Vorgesetzten, der mir meine Kinder nicht als Last an die Backe nagelt. Noch besser wäre eine Schulung/Umschulung oder ein Studium.
  3. Achtung, Klischee im Anmarsch! Den Babyspeck loswerden. Das sollte kein Problem sein, wenn ich denn endlich mal aufhören würde, ständig irgendwelchen Süß- oder Salzkram in mich hinein zu schaufeln.
  4. Mehr Kreativität, mehr Nähen, Backen, Kochen, Zeichnen, Schreiben, Malen. Kurz mehr Experimentieren.
  5. Viel viel mehr Familien-Aktivitäten. Mal wieder wandern. Ausflüge.
  6. Öfter mal mit dem Mann essen und tanzen gehen.
  7. Einen Betreuungsplatz für’s Baby finden. Obwohl ich eigentlich so lange wie möglich Zuhause bleiben wollte, wenn es die finanzielle Situation zulässt.
  8. Entspannter Urlaub irgendwo in der Sonne
  9. Musikgarten fürs Baby
  10. Freundschaften/Bekanntschaften pflegen.
  11. Einen Sandkasten in den Garten integrieren.
  12. Einen Baum pflanzen.
  13. Die Tochter bei der Hobby-Suche unterstützen.
  14. Kind1 mit Ausbildungskram helfen.
  15. Kind3 fördern, damit’s in der Schule noch besser klappt.
  16. Allen (auch mir) ein bisschen gerechter werden.

Und wie sehen Eure Pläne fürs kommende Jahr so aus?
Habt Ihr überhaupt welche? Oder findet Ihr das albern?

 

„Ja, was hat es denn?“

Die meisten „neuen“ Mamas und Papas kennen es. Sie wissen es zu schätzen. Diese Sorge um das kleine Bündel Leben, welches gerade nicht allzu glücklich mit sich selbst oder der Situation, in der es sich befindet, ist. Dann hört man oft von vielen [auch fremden] Menschen „Och, was hat es denn?“ Aber was soll man auf diese Frage antworten? Weiterlesen

Blogparade – Mein WendePunkt²

Tanja von Herzbauchwerk.ch hat zur Blogparade aufgerufen. Es geht um WendePunkte. Dazu schreibt sie:

„Die Kinderwunsch- Schwangerschafts- und Elternzeit ist vollgespickt mit WendePunkten. Ein positiver Schwangerschaftstest, der bewusste Entscheid Eltern werden zu wollen, der erste Geburtstag vom Baby etc. sind mögliche Wendepunkte im Mama und PapaLeben. Das Thema ist also ziemlich weit offen und ich freu mich jetzt schon unglaublich, von eurem ganz speziellen WendePunkt zu lesen!“

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